Patientenvertreter/-innen in der Politik
Meinung bilden – Entscheidungen treffen!
In Deutschland ist die Beteiligung von Patientinnen und Patienten längst gesetzlich verankert. Trotzdem erleben viele Engagierte aus der Selbsthilfe: Zwischen formalem Beteiligungsrecht und tatsächlichem Einfluss klafft oft eine Lücke.
Die zentrale Frage lautet: Wie schaffen es Patientenvertreter/-innen, in der Politik wirklich gehört zu werden – und wie wird aus „Mitsprache“ echte Mitgestaltung?
Warum Patientenvertretung unverzichtbar ist
Aus Sicht der Selbsthilfe ist klar: Patientinnen und Patienten bringen eine Perspektive ein, die in keinem Fachgutachten steht – die Erfahrungsexpertise aus dem Versorgungsalltag.
Sie zeigt:
- wo Regelungen an der Realität vorbeigehen,
- wo Versorgung brüchig wird,
- welche Lösungen im Leben der Betroffenen tatsächlich funktionieren.
Gleichzeitig brauchen Politik und Entscheidungsträger/-innen genau diese fundierte Erfahrung, um praxisnahe und bedarfsgerechte Rahmenbedingungen zu schaffen.
Wie Patientenvertreter/-innen wirksam Gehör finden – 8 Ansatzpunkte
Damit Patientenvertretung mehr ist als ein Platz am Tisch, braucht es neben Engagement auch Strategie, Qualifizierung und gute Zusammenarbeit. Aus der Praxis lassen sich acht zentrale Erfolgsfaktoren benennen:
- Strategische Netzwerkbildung
Aktiver Aufbau von Kontakten zu politischen Entscheidungsträgern, Fachgesellschaften, Krankenkassen, Medien und anderen Patientenorganisationen. - Bündnisse und gemeinsame Ziele
Abstimmung mit Partnerorganisationen, Erarbeitung gemeinsamer Positionspapiere und Nutzung vorhandener Verbindungen und Reichweiten. - Qualifizierung der Patientenvertretung
Schulungen zu gesundheitsrechtlichen Strukturen, Verfahrensregeln, Health Technology Assessment (HTA) sowie zu Kommunikation und Verhandlungstechniken. - Fokussierte Mandatsauswahl
Bewusste Auswahl der Gremien und Arbeitsgruppen, in denen für die eigene Patient/-innengruppe der größte Einfluss erzielt werden kann. - Politische Präsenz stärken
Persönliche Gespräche mit Abgeordneten, Teilnahme an Anhörungen, Parlamentskreisen und Fachkongressen. - Sichtbarkeit und öffentliche Wahrnehmung erhöhen
Durch Medienarbeit, Kampagnen, Social Media, Leuchtturmprojekte und eindrückliche Betroffenenberichte. - Expertise evidenzbasiert einbringen
Bereitstellung aktueller Versorgungsdaten, Beteiligung an Forschungsprojekten und systematische Erfassung von Versorgungsdefiziten. - Strukturierte interne Zusammenarbeit
Klare Rollen, feste Feedbackmechanismen und Wissenstransfer innerhalb der Organisation – damit Einfluss nicht zufällig bleibt, sondern nachhaltig wird.
Aufruf: Interesse an Patientenvertretung?
Du bist selbst betroffen, Angehörige/r oder in der Selbsthilfe aktiv – und möchtest mehr als nur deine Geschichte erzählen?
Du willst dazu beitragen, dass Versorgung besser, gerechter und alltagsnäher wird?
Dann melde dich bei uns!
Wir suchen Menschen, die sich als Patientenvertreter/-in engagieren möchten –
- als Mitwirkende im Hintergrund,
- als Stimme in Gremien,
- oder beim Aufbau von Netzwerken und Positionen.
Deine Perspektive zählt. Deine Erfahrung ist Expertise. Mach mit!
Kontakt: info@dmg.online
Weiterführende Informationen (Patientenbeteiligung & Strukturen in Deutschland)
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) – Patientenbeteiligung
Sozialgesetzbuch V (SGB V)
NAKOS – Selbsthilfe in Deutschland
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

