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Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Ein Stück Mauer auf dem Schreibtisch – Erinnerungen an das erste deutsch-deutsche Myasthenie-Treffen

Die Wendezeit hat unsere Geschichte geprägt. Wir hatten uns 1986 in Westdeutschland gegründet und schon wenige Jahre später konnten wir durch den Mauerfall viele neue interessierte Menschen und Mitglieder begrüßen.

Ein erstes deutsch-deutsches Treffen fand bereits 1989 in Berlin statt. Unser Gründungsmitglied Marianne Wöhrle-Braun schrieb damals für unsere Vereinszeitschrift:

„Für mich persönlich war es ein außerordentlich bewegendes Erlebnis, in Berlin sein zu können während dieser Zeit. Ein Stück Mauer liegt auf meinem Schreibtisch, und es soll mich daran erinnern, dass es noch viele Mauern abzureißen gibt. Mauern, von denen noch viele Myastheniker umgeben sind. Wer wie ich so erleben darf, wie glücklich die meisten nach ihren ersten Gesprächen mit anderen Erkrankten sind, wieder neue Hoffnung schöpfen, Kraft für sich selbst und für andere wiederfinden, wird verstehen, daß das Berliner Erlebnis ein ganz besonderes war.“

Bremen richtet in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Vom 2. bis 4. Oktober 2026 wird die Stadt unter dem Motto „VIELE STÄRKEN – EIN LAND“ zum Ort der Begegnung für Menschen aus ganz Deutschland. Die Feierlichkeiten erinnern an die deutsche Einheit und daran, wie wertvoll Austausch, Zusammenhalt und das Überwinden von Grenzen sind.

Für die Deutsche Myasthenie Gesellschaft hat dieser Anlass eine besondere Bedeutung: Bereits kurz nach der Grenzöffnung konnten Menschen mit Myasthenie sowie Ärztinnen und Ärzte aus Ost und West erstmals zusammenkommen. Aus diesem Austausch entstanden neue Kontakte, fachliche Verbindungen und Freundschaften.

Wir als Team der DMG e.V. Geschäftsstelle in Bremen haben daher Marianne Wöhrle-Braun eingeladen, mit uns ihre Gedanken viele Jahrzehnte nach dem ersten gemeinsamen Treffen zu teilen:

„Von 2026 aus gesehen: Myasthenie-Treffen am 2. Dezember 1989 in Berlin

Heute, nach 37 Jahren – die Wiedervereinigung Deutschlands wurde am 3. Oktober 1990 vollzogen –, sitze ich wieder an meinem Schreibtisch und blicke zurück auf das Myasthenie-Treffen am 2. Dezember 1989 in Berlin.

Die Vorstellung, dass es vor mehr als 37 Jahren unmöglich war, Ärztinnen und Ärzte im anderen Teil Deutschlands aufzusuchen, die möglicherweise Behandlungsmöglichkeiten kannten, die zu einer Verbesserung der Myasthenie beitragen konnten, habe ich selbst erlebt.
Umso größer war das Glück, bereits so kurze Zeit nach der Grenzöffnung ein erstes gemeinsames Treffen in Berlin organisieren zu können.
Dieser Tag wird mir für immer in Erinnerung bleiben.

Nach diesem Treffen entstanden zahlreiche Kontakte zwischen den Ärztinnen und Ärzten von „hüben und drüben“. Aus dem medizinischen Austausch entwickelten sich nicht nur wertvolle fachliche Verbindungen, sondern auch viele schöne und manchmal amüsante Anekdoten, die wir in geselliger Runde gemeinsam erlebten.
Es entstanden Freundschaften, die bis heute Bestand haben.

Die Entwicklung der Fachkliniken in der Behandlung der Myasthenia gravis und auch der weiteren Autoimmunerkrankungen möchte ich als enorm bezeichnen. Umso mehr freue ich mich, dass die Gründung und Weiterentwicklung der DMG auf einen so fruchtbaren Boden gefallen ist und bis heute so erfolgreich weiter gedeiht.

Als Gründungsmitglied der DMG e. V. erfüllt es mich mit großer Freude und Dankbarkeit, auf diese bewegte Entwicklung zurückblicken zu dürfen und zu wissen, dass ich ein kleines Stück dazu beitragen konnte, dass aus einer gemeinsamen Idee eine starke Gemeinschaft für Menschen mit Myasthenie und ihre Angehörigen entstanden ist.

Ihre Marianne Wöhrle-Braun“